Sonntag, 23. April 2017

Buchungsklassen in Reiseveranstalter-Tarifen

Egal, ob Stopover, Gabelflug oder Rundreise. Hier sind Reiseveranstalter als Zielgebietsspezialisten mit ihren Reiseveranstaltertarifen gefragt. Reiseanbieter kennen ihre Zielgebiete besonders gut. Sie waren vor Ort und haben Hotels besichtigt. Mit den Sondertarifen der Reiseanbieter wird eine Kombireise besonders günstig.

Reiseveranstaltertarife
Reiseveranstalter-Tarife 
Was sind Reiseveranstalter?

Reiseanbieter packen Langstrecken- und Inlandsflüge, Transfers vom Flughafen zum Hotel und zurück, Übernachtung in einem oder in mehreren Hotels, Verpflegung, Extras wie Mietwagen oder Ausflüge, Reiseleitung und Insolvenzversicherung in ein Reisepaket. Sie als Kunde erhalten alles aus einer Hand. Eine Buchung, Rechnung und Betreuung. Vor, während und nach Ihrer Kombireise.

Was sind Reiseveranstalter-Tarife?

Flugkontingente zu Einkaufspreisen

Reiseveranstalter handeln mit Airlines der jeweiligen Zielgebiete die Abnahme von Flugkontingenten zu Einkaufspreisen und mit Rabatten aus. Ein Reiseveranstalter wird dadurch zum Consolidator. Er erstellt die Flugtickets für eine Grundgebühr. Gleichzeitig sichert er sich bessere Bedingungen für den Einkauf bei den Fluggesellschaften als ein Reisebüro.

Volumen-Vereinbarungen

Eine andere Möglichkeit sind Volumen-Vereinbarungen mit Heimat-Carriern auf Basis der Published Fares (veröffentlichte Tarife). Der Reiseveranstalter wird dann zum bloßen Vermittler und muss die Flüge zu den Bedingungen der Airlines verkaufen.

Sondertarife zu Einkaufspreisen

Eine dritte Möglichkeit ist, dass Reiseveranstalter in eigenem Namen und auf eigene Rechnung Tickets verkaufen. Sie handeln Sondertarife zu Einkaufspreisen aus. Bedingung dafür ist, dass der Reiseveranstalter die Flüge immer mit Landleistungen anbieten muss. So wird sichergestellt, dass ein Reiseveranstalter nicht die öffentlichen Tarife der Airlines unterbieten kann.

Außerdem sind diese Sondertarife an vorgegebene Buchungswege und Routings gebunden, z. B. ein globales Distributionssystem oder an direkte IT-Schnittstellen der Airline. Diese Spezialtarife und Sondertarife werden nicht veröffentlicht.

Um das Ganze besser zu verstehen, nachfolgend Beispiele zu Specials von Thai Airways und Air Mauritius.

Beispiele zu Sondertarifen von Thai Airways
Economy Class- Flug München Bangkok

L-Special 

Für einen Flug am 4.9.2017 waren bis 18.4.2017 acht Buchungsklassen theoretisch buchbar. Das Special in der L-Klasse war am günstigsten. Es enthielt keinen Zuschlag pro Erwachsenen auf den Basispreis.

Eigenschaften des L-Specials
  • kostenloses Rail&Fly (Bahnzubringer) 
  • kein Fly&Fly (Flugzubringer)
  • nur zwei Upsell-Klassen W und V (One Way)
  • gültig nur nur bei Buchungseingang (Festbuchung) bis zum 18.04.17. 
  • Ausstellung der Tickets spätestens 72 Stunden nach Flugreservierung
  • Keine Meilengutschrift.
  • Nicht upgradefähig!
  • Mindestaufenthalt: 3 Tage
  • Maximalaufenthalt: 180 Tage
  • keine Sitzplatzreservierung
  • No Show: Rückerstattung 150 € pro Erwachsener, 0 € für Kind
Leider waren das L-Special und die Upsells nur kurzfristig buchbar. Das spricht für schnelle Frühbucher.

V-Special 


Scheinbar wurden die geplanten Zahlen nicht erreicht. Thai Airways schob deshalb ein V-Special nach. Der Aufpreis von ursprünglich 88 € p. P. (OW) wurde auf 0 Euro gesenkt. Das besondere Extra: ein Zubringerflug für nur 38 € p. P. ab 11 deutschen Flughäfen.

Eigenschaften des V-Specials
  • ohne Upsell-Klassen
  • ohne Aufpreis nur ab München
  • Ticketing binnen 7 Tagen nach Reservierung
  • 90% Umbuchungs- oder Stomogebühren
  • kostenloses Rail&Fly (Bahnzubringer) 
  • Fly&Fly (Zubringerflug ab 12 deutschen Flughäfen) 
  • keine Meilengutschrift.
  • Nicht upgradefähig!
  • Mindestaufenthalt: 3 Tage
  • Maximalaufenthalt: 180 Tage
  • keine Sitzplatzreservierung
  • No Show: Rückerstattung 150 € pro Erwachsener, 0 € für Kind
Für einen Vielflieger, Meilensammler und Upgrade-Jäger nicht zu empfehlen.

Wird die V-Klasse geschlossen, bleibt nur noch die Buchungsklasse Q mit 178 € Aufpreis. Jede der 4 Upsell-Klassen hat einen zusätzlichen Aufpreis, so dass in der Y-Klasse 397 € p. P. One Way auf den Basispreis zu zahlen sind. Für einen Spätbucher wird es teuer!

Eigenschaften der Q-Klasse
  • vier Upsell-Klassen
  • Aufpreis für ein Kind ab 132 €
  • ohne Vorausbuchungsfrist
  • ohne Ticketingfrist
  • 2 freie Stopover
  • 8 freie Transfers
  • saisonbedingte Verfügbarkeit
  • kostenloses Rail&Fly (Bahnzubringer) 
  • Fly&Fly (Zubringerflug ab 12 deutschen Flughäfen) 
  • Meilengutschrift: 1,0 x Entfernung; min. 500 Meilen
  • Nicht upgradefähig!
  • Mindestaufenthalt: 3 Tage
  • Maximalaufenthalt: 360 Tage
  • Sitzplatzreservierung 
  • No Show: Rückerstattung 150 € pro Erwachsener, 0 € für Kind
Welche Buchungsklassen im Distributionssystem geöffnet sind, erkennen wir erst bei Abfrage der Flüge. Das kann sich sekundenschnell ändern!

Es bleibt ein Trost: Als Spätbucher zahlen Sie zwar höhere Aufpreise. Aber die Buchungsklasse Q und alle Upsell-Klassen sind upgradefähig. Das bedeutet, dass Sie günstig in die Premium Economy Class upgraden dürfen, sofern Plätze frei sind. Auch bei einer Überbuchung haben Sie größere Chancen als Passagiere mit Spartarifen.

Beispiel zu Sondertarifen: Honeymoon Special mit Air Mauritius

Buchungsklassen von Air Mauritius
Buchungsklassen von Air Mauritius
Bedingungen für die Honeymoon Fares

Die M-Klasse sowie F-Klasse=Premium Economy Class und alle Upsells sind ein Sonderpreis für Hochzeitsreisende. Gültig nur bis 6 Monate nach der Hochzeit. Die Heiratsurkunde muss vorgelegt werden. Die korrekte Buchungsklasse ist B (von uns als M dargestellt zur Abgrenzung vom Normaltarif) bzw. F (von uns als A dargestellt zur Abgrenzung vom Normaltarif).
  • Via Paris, 
  • Zubringer ab/an Frankfurt, München, Düsseldorf, Hannover, Berlin Tegel, Hamburg, Stuttgart, Bremen, Nürnberg mit Air France, 
  • Air Mauritius in den Buchungsklassen B, X, O, Q, L, V, U und Air France in L-Klasse, 
  • Air Mauritius in den Buchungsklassen T und H mit Air France in B-Klasse, 
  • Air Mauritius in den Buchungsklassen A und W = Air France in W und Y-Klasse,
  • Mindestaufenthalt: 4 Tage
  • Maximaler Aufenthalt: 35 Tage
  • Rail&Fly: 92 €
  • Kind: -21 €
  • Montag bis Donnerstag und am Sonntag am günstigsten.
Ausgeschlossene Flugnummern: AF3600-3699, 4400-4999, 6300-6399, 8001-8199, 8450-9999. Ab/an FRA/MUC/DUS kann Zubringer auch unter 4-stelliger MK-Flugnummer (operated by AF) gebucht werden, dann gleiche Buchungsklasse wie Langstrecke.

Auf der Strecke CDG-MRU-CDG gültig auf allen 3-stelligen MK-Flugnummern, MK923/922 sind operated by AF (Air France).

BITTE BEACHTEN: Für Rückflüge am SA/SO fällt ein Aufschlag von EUR 25 an! Dies gilt für alle Tarife.

A und /W-Klasse = Premium Economy Class der Air France für mehr Komfort und Beinfreiheit. Verfügbar nur auf den Flügen MK923 CDG-MRU und MK922 MRU-CDG. Kombinierbar mit den normalen Economy Class-Tarifen.

Tipps
  1. Wenn Sie sparen möchten, buchen Sie mindestens 11 Monate vor Abflug. 
  2. Wenn Sie jedoch upgraden oder flexibel sein möchten, meiden Sie Spartarife.
  3. Lesen Sie auch das Posting zu Preisstrategien der Airlines.


Noch keine Reise gebucht? Werfen Sie einen Blick auf unsere Kombireisen

Postings zu Beförderungsklassen und Buchungsklassen:

Beförderungsklassen, Serviceklassen, Reiseklassen, Sitzklassen

Was sind Buchungsklassen?

Beispiele zu Buchungsklassen

Buchungsklassen, Preisdiskriminierung, Preisstrategien

Buchungsklassen, Preisdiskriminierung, Preisstrategien

Warum kostet ein Flugticket heute 150 € mehr als vor vier Wochen? Warum ist der Flugpreis in Ferienzeiten so hoch? Wie kommen diese Preise bloß zustande? Lesen Sie hier, warum Airlines eine Preisdiskriminierung anwenden und wie sie vorgehen.

Preisstrategien der Airlines
Preisstrategien
Geschichte der Preisdiskriminierung

Die Preisdiskriminierung begann während der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Damals ging es um die Entgelte für die Nutzung öffentlicher Leistungen im Verkehrssektor. Wie hoch sollten die Preise sein, um alle anfallenden Kosten zu decken. Heute ist die Fragestellung viel komplexer.

Preisdiskriminierung in der Luftfahrtindustrie

Airlines nutzen Informationen über ihre Kunden, um Preise individuell zu gestalten. Rechnersysteme analysieren den Status der Kunden, Buchungszeitpunkt, die Reisedauer und den gewünschten Zielort. Dabei geht es darum: "Verkaufe das richtige Ticket zum richtigen Zeitpunkt an die richtige Person zum richtigen Preis." (WiWi Uni Rostock)

Hauptsächlich werden folgende Preisstrategien von den meisten Airlines angewandt:
  1. Saisonale Preisbildung
  2. Fenced Pricing und Kategorisierung
  3. Preisbündelung
  4. Monopolpreisbildung
  5. Freihaltung von Kapazitäten für Höchstzahler
  6. Überbuchung
Dabei geht es um:
  • Auslastung vorhandener Kapazitäten
  • Umsatz
  • Gewinn
  • Rentabilität
  • Wachstum
  • Marktanteile und Marktpositionierung
  • Marktstabilität
  • Preisführerschaft.
Zu 1. Saisonale Preisbildung

Sicher ist Ihnen schon aufgefallen, dass die Ticketpreise im Laufe eines Jahres sehr unterschiedlich ausfallen. Der Grund ist, dass Preise nachfrageorientiert gebildet werden. In „Peak“- Zeiten steigen die Ticketpreise und sind in den Weihnachtsferien am höchsten. In „Off-Peak“-Zeiten fallen sie.

Peaks bilden sich an Samstagen, in Ferienzeiten, an Brückentagen, besonderen Feiertagen, zu Sportereignissen und in der Hochsaison. Die Preise "rennen" dann förmlich davon, wie die folgende Abbildung zeigt:
Saisonale Preisbildung
Saisonale Preisbildung
Airlines analysieren das Buchungsverhalten und die Preisempfindlichkeit in der Vergangenheit, um saisonale Flugpreise festzulegen.

Beispiele aus Reiseveranstalter-Tarifen (Stand 22.4.2017)

Aufpreise auf den Basispreis One Way Frankfurt Bangkok

Airline
Buchungsklasse
Aufpreis auf Basispreis
Aufpreis auf Basispreis
Thai Airways
Q-Klasse
635 €
20. bis 27.12.2017
196 €
14.8. bis 19.12.2017
Emirates
U- und T-Klasse
Wochentag/-ende
849 €/874 €
21. bis 30.12.2017
289 €/314 €
6.8. bis 14.12.2017
Lufthansa
L-Klasse
325 €
15. bis 27.12.2017
162 €
16.8. bis 31.10.2017

Tipp: Planen Sie lieber eine Woche mehr Weihnachtsurlaub ein. Fliegen Sie vor dem 20.12. oder besser vor dem 15.12. Meiden Sie Peaks und den Abflug am Samstag.

Zu 2. Fenced Pricing und Kategorisierung

Auf der Grundlage von Buchungsmustern, Buchungs- und Kundenmerkmalen wird der Markt segmentiert. Das passiert räumlich, zeitlich, mengenmäßig, nach Reiseanlass und Route innerhalb aller Serviceklassen, Tarife und Buchungsklassen. Komplexe Yield-Management- und Expertensysteme geben innerhalb von Sekunden vor, welche Buchungsklassen geschlossen, welche Aufschläge erhöht oder gesenkt werden müssen.

Preissensible Reisende erhalten mit Veröffentlichung der neuen Flugpläne ein limitiertes Kontingent an preisgünstigsten Tickets ohne Aufpreis. Frühbucher wissen es zu schätzen. Die "Fences " sind Vorausbuchungsfrist, fehlende Meilengutschrift und Upgrade-Möglichkeit. Die günstigen Buchungsklassen sind nur für eine kurze Zeit buchbar und werden geschlossen, wenn die geplante Grundauslastung erreicht ist.

Spätbucher erhalten die nächsten Buchungsklassen mit Aufpreisen, die schrittweise erhöht werden. Entwickelt sich die Nachfrage nicht wie gewünscht, werden Aufpreise kurzzeitig gesenkt, um die Nachfrage zu stimulieren.

In den letzten Wochen vor einem Langstreckenflug sind nur noch Buchungsklassen mit hohen Aufschlägen für Last Minute-Bucher geöffnet (siehe 5.).

Tipp: Buchen Sie mindestens 11 Monate vor Abflug Ihre Flugtickets, wenn Sie sparen möchten.

Rate Fences

„Fences“ finden Sie als Reisebedingungen und Buchungsbedingungen innerhalb der Tarife und Buchungsklassen.

Beispiele für Reisebedingungen
  • Abreisetage: Wochentage ohne erhöhten Zuschlag, Wochenende mit Zuschlag
  • Stopover auf dem Hin- oder Rückflug
  • Routing 
  • Rückflug (Wochentag, Flugnummer)
  • Aufenthaltsdauer (mindestens 4, maximal 60 Tage o. a.)
Beispiele für Buchungsbedingungen
  • Vorausbuchungsfrist
  • Ticketingfrist (innerhalb von 72 Stunden) 
  • Gebühren bei Stornierung und Umbuchung
  • Ticket stornierbar oder nicht
  • Höhe des Freigepäcks
  • Meilengutschriften (0% bis 125 %)
  • Upgradefähigkeit
  • Zubringer, mit/ohne Rail&Fly und/oder Fly&Fly
  • ohne kostenlose Sitzplatzreservierung.

Tipp: Prüfen Sie sehr genau die Buchungsklassen und die Bedingungen, wenn Sie Vielflieger sind, später vielleicht umbuchen und/oder ein Upgrade erlangen möchten. Spätere Umbuchungen sind bei einigen Buchungsklassen nicht möglich! Geben Sie IMMER die korrekte Schreibweise laut Pass an. Eine Namensänderung kann einer Stornierung und sehr teuren Neubuchung entsprechen.

Zu 3. Preisbündelung

Eine weitere Preisstrategie ist das Bündeln von Flug, Transfer und Hotelaufenthalt. In den Nebenkosten, z. B. für Gepäck, werden dann Gebühren versteckt. Über vermeintlich billige Angebote wird eine hohe Auslastung erzielt.

Tipp: Prüfen Sie das Kleingedruckte. Wann fallen wo Gebühren wofür und in welcher Höhe an?

Zu 4. Monopolpreisbildung

Auf vielen innerdeutschen und europäischen Routen besitzen Lufthansa und ihre Konzerntöchter Swiss, Austrian oder Brussels Airlines ein Monopol. Durch die Zusammenarbeit mit Etihad und Air Berlin wird diese Alleinherrschaft ausgebaut. Das bedeutet Preisdiktat und höhere Ticketpreise durch die Monopolstellung. Ähnlich ist es bei Cathay Pacific, Emirates, Etihad, Qatar Airways...

Tipp: Fliegen Sie doch einmal andere Strecken als die mit dem "Platzhirsch", z. B. statt mit der teuren Emirates mit der günstigeren Lufthansa, Etihad oder Qatar Airways.

Zu 5. Zurückhalten von Sitzplätzen für die wertvollsten Kunden

Bei dieser Preisstrategie erhalten die meistzahlenden bzw. ertragsreichsten Kunden zurück gehaltene Sitzplätze. Egal, ob die Nachfrage das Angebot übersteigt oder nicht. Entscheidend ist das Gewinnpotential der einzelnen Segmente. Die Computer analysieren die Vergangenheit. Wird ein Lastminute-Bucher den hohen Preis zahlen? Sind noch Kunden mit der höchsten Zahlungsbereitschaft kurz vor Abflug zu erwarten? Expertensysteme empfehlen und entscheiden zwischen dem Risiko der Leerkosten und dem der Nichtnutzung der höherwertigen Nachfrage.

Tipp: Glauben Sie nicht daran, dass zurückgehaltene Sitzplätze an Last Minute-Bucher verschleudert werden. Genau das Gegenteil ist der Fall! Eine Umsatzverdrängung wird es nicht geben (siehe 6.).

Zu 6. Überbuchungen

Überbuchung heißt, dass mehr Sitzplätze in der Economy Class und Premium Economy Class verkauft werden als tatsächlich vorhanden sind. Neuerdings sogar in Business Class und First Class.

Fast alle Airlines überbuchen ihre Kapazität, um sich gegen Auslastungsrisiken der No-Shows (kurzfristiges Nicht-Erscheinen) oder Go-Shows (ungeplantes Erscheinen) zu schützen. Überbuchungen dienen dem Risikoausgleich zwischen Umsatzverlust und Umsatzverdrängung (Buchung der Sitzplätze zu niedrigen Preisen).

Für eine Überbuchung wertet eine Airline vergangenheitsbezogene No-Shows aus. Der Erlös der Überbuchung muss größer sein als die Wahrscheinlichkeit, höhere Kosten durch Ablehnung zu kompensieren. Die überbuchten Sitzplätze neutralisieren Stornierungen und führen zu einer höheren Auslastung der Flugzeuge.

Bei der Lufthansa gibt es jährlich rund drei Millionen von "No-Shows". Flüge mit einer hohen No-Show-Rate werden deshalb zwischen 8 und 15 Prozent überbucht. Bei der US-amerikanischen Southwest Airline werden dagegen nur 0,08 Prozent überbucht. In Japan liegt die No-Show-Rate bei 0 Prozent, in Indien über 10 Prozent.

Bei einer Überbuchung fragen die Airline-Mitarbeiter in der Regel am Check-In-Schalter, wer freiwillig zurücktreten möchte. Dafür bieten sie Fluggutscheine, Geldzahlungen und die Zusage auf einen Platz im nächstmöglichen Flieger an. Lässt sich keiner der Wartenden am Check-In-Schalter auf das Angebot der Airline ein, wird es für die Airline teuer.

Passagiere, die gegen ihren Willen nicht befördert wurden, haben Anspruch auf Ausgleichszahlungen zwischen 250 und 600 Euro und Betreuungsleistungen, wie Mahlzeiten, Getränke, kostenlose Telefonate oder Hotelunterbringung. Beträgt die Zeit bis zum nächsten Abflug weniger als zwei Stunden, verringern sich die Ausgleichszahlungen um die Hälfte.

Alternativ werden Passagiere aus der überbuchten Economy Class in die komfortable höhere Serviceklasse gesetzt. Bevor ein Fluggast am Boden bleibt, geht ein Economy Class-Gast in die Business Class. Status (Meilen, Netzwerk), Flugtarif und Buchungsklasse entscheiden über den Wechsel.

Entscheidend sind die Flugentfernung und ein Flug innerhalb der EU oder zwischen einem EU-Land und einem Nicht-EU-Land. Darüber hinaus regelt die EU-Fluggastrechteverordnung Nr. 261/2004 weitere Ansprüche auf Erstattung des Ticketpreises oder anderweitige Beförderung.

Hinweis: Eine Airline kann im Einzelfall Geld vom "No-Show"-Passagier verlangen. Dann, wenn durch eine bestimmte Kombination von Flügen ein günstigerer Ticketpreis erhältlich ist. Die meisten Airlines regeln in ihren AGB, dass ein Fluggast verpflichtet ist, alle im Flugschein ausgewiesenen Teilstrecken in der beschriebenen Reihenfolge anzutreten. Beim Hin- und Rückflug ohne Umsteigen können Flüge verfallen, ohne dass Konsequenzen drohen.

Tip: Bei einer Überbuchung müssen Sie entscheiden, ob Sie freiwillig oder unfreiwillig am Boden bleiben.

Tip: First come, first serve. Wenn Sie zuerst einchecken, dann fliegen Sie auch mit. Kalkulieren Sie immer Staus und Verspätungen der Zubringer ein, wenn diese nicht Bestandteil Ihrer Buchung sind. Warten Sie lieber im Flughafen zwei Stunden mehr statt 24 Stunden bei einem Abflug am nächsten Tag. Und dann ist nicht einmal sicher, ob Sie wirklich befördert werden!

Noch keine Reise gebucht? Werfen Sie einen Blick auf unsere Kombireisen


Postings zu Beförderungsklassen und Buchungsklassen:

Beförderungsklassen, Serviceklassen, Reiseklassen, Sitzklassen

Was sind Buchungsklassen?

Beispiele zu Buchungsklassen

Freitag, 21. April 2017

Beispiele zu Buchungsklassen

Sie zahlen das Doppelte, Dreifache, Fünffache als andere Fluggäste. Für gleich aussehende Sitze mit demselben Bordprogramm, dem gleichen Essen, dem gleichen Service. Warum ist das so?

Buchungsklassen
Buchungsklassen
Warum gibt es Buchungsklassen?

Mit Buchungsklassen steuern Airlines die Auslastung und optimieren ihre Erträge. Sie steigern ihre Gewinne und minimieren ihre Verluste.

Dabei steht jede Airline steht vor der gleichen Frage: Werden höhere Preise den gewünschten höheren Umsatz einschränken, weil Sie als Kunde zu einer anderen Airline wechseln? Wie weit wird Ihre Zahlungsbereitschaft gehen? Oder werden Sie sich auf eine Gegenleistung einlassen und den höheren Preis bezahlen?

One Way Buchungsklassen

Auch ins lange Zeit gemiedene One Way-Geschäft sind die Airlines eingestiegen. Strecken mit unterschiedlichen Fluggesellschaften und Stopover sind kombinierbar und weitere Preisvorteile erzielbar. Deshalb kann es passieren, dass Sie auf dem Rückflug ein Flugticket in einer höheren Buchungsklasse als auf dem Hinflug von der gleichen Airline erhalten.

Wieviele Sitzplätze je Buchungsklasse?

Wieviele Sitzplätze je Buchungsklasse angeboten werden, bleibt das Geheimnis jeder Airline. Sind z. B. neun Plätze einer Buchungsklasse verkauft, werden nur noch die jeweils höheren Buchungsklassen verfügbar sein.

Entspricht die Entwicklung der Buchungszahlen nicht den gewünschten Zielen, werden kurzzeitig Sonderangebote, Early Bird-Angebote und auf Kurzstrecken Lastminute-Aktionen veranlasst.

Wie erkennen Sie die Buchungsklasse?

Reiseveranstalter und Airlines weisen Buchungsklassen aus. Meta-Suchmaschinen nicht. Nur Expedia bildet hier eine Ausnahme. Beim Vergleich von zehn Meta-Suchmaschinen inklusive Google Flights war Expedia die einzige, die den tatsächlichen Ticketpreis der Airline lieferte, die Buchungsklasse anzeigte und außerdem eine kostenlose Sitzplatzreservierung anbot.

Faustregel

Linienfluggesellschaften haben längst das Konzept der Low Cost Airlines übernommen, die ihre Sitzplatzkontingente "versteigern". Wer zuerst kommt, erhält das günstigste Flugticket. Je früher Sie buchen, desto günstiger sind Ihre Flugtickets für Langstreckenflüge.

Tipps

World of Flights greift auf die Datenbank eine der weltweit größten Flugpreisdatenbanken zu. Im Preisvergleich stehen allein in Deutschland 50 große, deutschsprachige Flugportale und Buchungsportale von Fluggesellschaften. Es wertet Millionen von Flugdaten nach eigenen Vorgaben aus. Sie erhalten umfangreiche Preisvergleiche und andere Serviceangebote kostenlos, wie
  • Flugbewertungen, 
  • Testberichte und 
  • wertvolle Informationen zu Sitzplatzabständen, 
  • Flottenalter, 
  • Bordservice u.v.m. 
Mit dem Gebührenrechner von World of Flights sind Sie vor Überraschungen sicher. Sie stellen die Ihnen zur Verfügung stehenden Bezahlarten ein und erkennen sofort, für welche Bezahlarten Zusatzgebühren anfallen. Und Sie sehen gleich die Endpreise. Das spart Zeit, Geld und Nerven.

Reisebüro oder Internet

Wenn Sie ausgefallene Flugrouten suchen, mehrtägige Stopover, Round-the-World-Flüge oder selbstkreierte Rundflüge planen, werden die Internet-Buchungsmaschinen an ihre Grenzen stoßen.

Noch keine Reise gebucht? Werfen Sie einen Blick auf unsere Kombireisen

Vorhergehendes Posting: Was sind Buchungsklassen?

Donnerstag, 20. April 2017

Was sind Buchungsklassen?

Begeben Sie sich in die geheime Welt der Buchungsklassen. Um genau zu verstehen, was Sie mit Ihrem nächsten Flugticket erhalten. Denn Buchungsklassen sind eine Wissenschaft für sich. Die "Stellschrauben" jeder Airline sollten Sie unbedingt kennen! Sie werden staunen!

Kombireise Thailand, Thai Airways, Buchungsklasse V
Kombireise Thailand, Thai Airways, Buchungsklasse V
Geschichte

Die internationale Zivilluftfahrt ist im I.A.T.A Verband (International Airline Transport Association) organisiert. Dieser legte bis zu den 70er Jahren die offiziellen Flugtarife fest. Dadurch waren die Airlines lange Zeit einer strikten Flugpreis-Bindung unterworfen.

Am 28. Oktober 1978 deregulierten die USA unter Jimmy Carter den Luftverkehr. Nun konnten die Airlines Tarife selbst festlegen. Bald eroberte der Billigflieger Southwest den US-Markt. Die Ticketpreise sanken auf breiter Front. Einige etablierte Airlines gingen Pleite, neue kamen hinzu. Es entstanden Überkapazitäten im weltweiten Flugverkehr durch immer größere Flugzeuge und neue Airlines.

Yield Management

Die bestehenden Airlines begegneten dem verschärften Preisdruck durch die Einführung eines Yield Managements und einer variablen Preisstrategie.

Ständig sinkende Margen

Bei ständig sinkenden Margen müssen die Airlines neue Strategien erfinden, um die Auslastung zu steuern, die Erträge zu optimieren und Gewinne zu steigern. Das bedeutet, dass immer ausgefeiltere Computerprogramme den Markt überwachen.

Dynamic Pricing von Flugtickets

Price Setting Bots und Price Fixing Bots analysieren ständig Preisdaten von Mitbewerbern und kalkulieren Preise. Tagesaktuell. Blitzschnell. Öffnen oder schließen Buchungsklassen. So wie es der Markt erfordert.

Rentabilität, Wachstum, Marktanteil, Gewinn, Marktstabilität, Marktpositionierung und die Auslastung der Flotte sind Steuerungsgrößen. Doch jede Airline steht vor dem gleichen Dilemma:
  • fixe Anzahl von Sitzplätzen, 
  • saisonal schwankende Nachfrage,
  • harter Preiskampf,
  • Überkapazitäten durch neue Airlines,
  • verschärfter Preisdruck. 
Die Airlines begegnen diesem Dilemma mit variablen Preisen in Buchungsklassen und einer Preisdiskriminierung ihrer Kunden. Flugpreise werden an bestimmte Tageszeiten, Wochentage und Abflugtage angepasst und einer bestimmten Anzahl von Sitzplätzen auf dem jeweiligen Flug zugeordnet.

Doch was sind Buchungsklassen?

Buchungsklassen sind Preisklassen mit einem alphabetischen Code innerhalb einer Beförderungsklasse, Reiseart und eines Tarifs. Eine Buchungs- oder Serviceklasse enthält
  • Preis
  • Anzahl der Sitze
  • Buchungsbedingungen 
  • Reisebedingungen. 
Folgende Buchungsklassen innerhalb der Beförderungsklassen werden von fast allen Airlines verwendet:
  • First Class: A, F, O
  • Business Class: C, D, I, J, Z, P
  • Premium Economy Class: G, E, N, R
  • Economy Class: Y, B, M, H, X, V, W, Q, S, K, L, T, U, K
Die Tarife unterscheiden sich in Konditionen, Service und Preis. Über Tarifoptionen werden die Buchungsbedingungen festgelegt. Das betrifft Umbuchbarkeit, Erstattungsfähigkeit, Vorausbuchungsfristen, Mindest- bzw. Maximalaufenthalt, Rail&Fly, Fly&Fly, Freigepäck. Auch die Höhe der Meilengutschrift hängt von der jeweiligen Buchungsklasse und Tarifoption ab.

Was bedeuten Buchungsklassen für Sie?

Für Sie ist wichtig zu wissen, dass die Airlines Sitzplätze mit niedrigen Preisen lange vor dem Abflug offerieren. So soll eine Grundauslastung geschaffen werden. Nach Veröffentlichung der neuen Flugpläne etwa 11 Monate vor dem Flugtermin gibt es mehr Sitze in der günstigsten Buchungsklasse. Ist das Flugzeug zu einem bestimmten Zeitpunkt voller als erwartet, schließt das Rechnersystem automatisch.

11 Monate vor Abflug

Sehen Sie sich folgendes Beispiel von Thai Airways an. 11 Monate vor Abflug wird nur eine Buchungsklasse in einem Tarif angeboten. Sowohl auf dem Nonstop-Hinflug als auch auf dem Nonstop-Rückflug. Der Ticketpreis beträgt bei Thai Airways 552,04 € p. P. in der V-Klasse.
Thai Airways München Bangkok 11 Monate vor Abflug
Thai Airways München Bangkok 11 Monate vor Abflug
Die günstige V-Klasse hat jedoch Einschränkungen:
  • Vorausbuchungsfrist: 93 Tage. 
  • Keine Meilengutschrift! 
  • Nicht upgradefähig!
5 Monate vor Abflug

Ein ganz anderes Bild ergibt sich 5 Monate vor dem Nonstop-Flug München Bangkok. Es wird eine Buchungsklasse in drei Tarifen angeboten. Aber!

Thai Airways 5 Monate vor Flug München Bangkok
Thai Airways 5 Monate vor Flug München Bangkok
Thai Airways 5 Monate vor Rückflug Bangkok München
Thai Airways 5 Monate vor Rückflug Bangkok München
Die günstigen Buchungsklassen des Fluges München Bangkok und zurück sind nun ausgebucht oder geschlossen. Thai Airways offeriert nur noch vier Sitzplätze zu 287,94 € p. P. mit 26 Stunden und 25 Minuten Flugdauer. Der Flugpreis beträgt nun 590,45 € bei wesentlich längerer Flugzeit ausgerechnet auf dem Heimweg!

Noch schlimmer kommt es 12 Tage vor Abflug. Der Ticketpreis liegt nun bei 912,04 € p. P.

Unser Tipp 

Wenn Sie 11 Monate vor Abflug buchen, sind Sie auf der sicheren Seite. Die günstigste Buchungsklasse ist dann bei jeder Airline verfügbar. Sie entgehen einer Preisdiskriminierung!

Wird fortgesetzt!

Noch keine Reise gebucht? Werfen Sie einen Blick auf unsere Kombireisen

Freitag, 14. April 2017

Beförderungsklassen, Serviceklassen, Reiseklassen, Sitzklassen

Um den unterschiedlichen Bedürfnissen von Reisenden gerecht zu werden, wurden einst die Beförderungsklassen Economy Class, Business Class und First Class eingeführt. Man nennt sie auch Serviceklassen, Reiseklassen (travel classes) oder Sitzklassen. Nicht zu verwechseln mit Reservierungsklassen und Buchungsklassen!

Economy Class bei Singapore Airlines
Economy Class bei Singapore Airlines
Die Beförderungsklassen unterscheiden sich in Service- und Komfortleistungen vor, während und nach der Flugreise sowie im Preis. Sie unterscheiden sich aber auch je nach Flugzeug und Fluggesellschaft.

Zwischenklassen 

Wegen der Wirtschaftskrise 2008 verschärften viele Firmen ihre Dienstreiserichtlinien und buchten für ihre Manager immer seltener Business Class. Die Fluggesellschaften reagierten darauf mit der Einführung neuen Zwischenklassen zwischen Business und Economy.

Auch Urlauber genießen auf Langstreckenflügen den Komfortzuwachs durch die Economy Plus Class, Premium Economy Class , Economy Sleeper Class (Air Astana) und Elite Class (Eva Air).

Bei kurzfristigen Buchungen ca. einen Monat im Voraus sind die Preisunterschiede zwischen Premium Economy und Economy gering (ca. 25 %). Frühbucher sparen bei der Buchung von Premium Economy über 60 %. Diese Tendenz ist bei allen Airlines erkennbar.

A380: Suites, Premium First Class, The Residence

Bereits 2008 stellte Singapore Airlines ihre Suites vor. Die abgeschlossenen privaten Kabinen mit Schiebetüren wurden exklusiv für den Airbus A380 vom französischen Luxus-Yacht-Designer Jean-Jacques Coste entworfen.

Mit dem Einsatz des Airbus A380 zogen andere Airlines nach und etablierten die Premium First Class.

2014 zeigte Etihad erstmals The Residence ihres Airbus A380. Eine Suite mit Butler wie in einem Luxushotel.

Unschlagbar: Asiatische Airline

Besonders die Airlines aus Asien, dem Mittleren Osten, Australien und Neuseeland bieten unschlagbare Vorzüge. Im Ranking der zehn besten Anbieter in allen Klassen gehört Singapore Airlines zu den Top Ten oder sogar Top One.

Deshalb ist es wichtig für Sie,
  • mit welcher Airline Sie fliegen, 
  • in welchem Flugzeug Sie sitzen,
  • ob es sich um einen Kurz- oder Langstreckenflug handelt.
Denn nicht nur zwischen den Sitzklassen, auch zwischen den Airlines gibt es gravierende Unterschiede in
  • Sitzbreite (Komfort)
  • Sitzabstand (Beinfreiheit) 
  • Steckdosen
  • WLAN
  • Amenity Kits 
  • Mahlzeiten, Snacks, Getränke
  • Unterhaltungsprogramm
  • Art des Fernsehbildschirms
  • Service.
Economy zahlen, Premium Economy oder Business fliegen?

Wenn die Economy Class und Premium Economy Class überbucht sind, müssen Passagiere eventuell auf die teureren Plätze vor dem Vorhang ausweichen, sofern noch Platz ist. Bevorzugt werden Passagiere mit einer höheren Buchungsklasse (hoher Flugzuschlag) sowie Vielflieger. Jede Airline hat Ihre Upgrade-Vorgaben:

Upgrade nach Prioritäten
  1. Upgrade nach Buchungsklassen
  2. Upgrade nach Serviceklassen
  3. Upgrade nach Ticketklassen
  4. Upgrade nach Meilenstatus innerhalb der Airline
  5. Upgrade nach Status innerhalb des Airline Netzwerks, wie Star Alliance, One World, Sky Team.
Wenn Sie nicht auf eine Überbuchung hoffen, ist ein Upgrade bereits vor dem Online-Checkin möglich. Jede Airline gibt vor, welche Buchungsklassen wann upgradefähig sind. Z. B. bei der Lufthansa:

Mögliches UpgradeOriginalbuchungsklasseUpgradebuchungsklasse
Von Economy Class auf Business Classalle außer K, L, T, XZ
Von Premium Economy Class auf Business Classalle außer RZ
  • buchbar im Zeitraum von sechs Wochen bis vier Stunden vor Abflug
  • Verfügbarkeit in der Business Class
  • bestätigte Reservierungen (keine Wartelisten-Buchungen)
  • ein bereits ausgestelltes Ticket
  • Flüge, die von Lufthansa durchgeführt werden (LH-Flugnummer).
Die besten Upgrade-Tage sind in der Mitte der Woche. Als beste Flugzeugtypen für ein Upgrade gelten Boeing 747-400 und A380. Ansonsten kann ein Upgrade richtig teuer werden.

Codierung der Travel Classes

Die Buchungscodes sind international wie folgt standardisiert:


Noch keine Reise gebucht? Werfen Sie einen Blick auf unsere Kombireisen

Mittwoch, 12. April 2017

Was ist ein Passenger Name Record (PNR)?

Passenger Name Record heißt der Fluggastdatensatz zur Flugreservierung. Er ist unter dem Reservierungscode, Buchungscode oder Filekey im Globalen Distributionssystem (GDS) gespeichert.

Fluggastdatenspeicherung
Fluggastdatenspeicherung © Yuri Arcurs - Fotolia.com
Fluggastdatenspeicherung

Im Fluggastdatensatz werden alle Daten und Vorgänge rund um eine Flugbuchung (auch Hotel- oder Mietwagenbuchung) elektronisch aufgezeichnet. Diese Daten sind über einen gewissen Zeitraum auch nach Ende der Flugreise noch im jeweiligen Reservierungssystem gespeichert.

Welche Fluggastdaten enthält ein PNR?

  • Datum, an dem der PNR erstmals angelegt wurde sowie nachfolgende Änderungen
    flugspezifischer Daten:
  • Namensfeld mit Name, Vorname, Geschlecht, Geburtsdatum, IP-Adresse
  • Ticket-Daten (Ticketnummer, gebuchter Tarif = Fare, Ausstellungsort, Ticketaussteller, Ticketing, etc)
  • Flugdaten mit Flugnummer, Flugtag(e) und -strecke(n), Flugzeiten, Flugdauer, Fluggerät, Strecke, Status und Buchungscode der Fluggesellschaft (Record Locator, Filekey)
  • Buchungsklasse (jedem Flugtarif ordnet die Fluglinie eine Bezeichnung zu, um später auch den richtigen Tarif berechnen zu können)
  • Wohnadresse und Telefonnummer eines oder mehrerer Passagiere
  • Adresse und Telefonnummer am Zielort, um bei Änderungen des Flugplans einen Passagier erreichen zu können
  • Kontaktdaten des Fluggastes und des Reiseveranstalters/-büros
  • interne Bemerkungen und Codes für automatisierte Prozesse im Hintergrund (Remarks)
  • sofern eingegegeben: Vielfliegernummer, reservierte Sitzplätze, Passdaten
  • zusätzliche Informationen an die Fluggesellschaften (OSI Elemente), z.B. Zugehörigkeit zu einer weiteren Buchung, Splittung/Teilung einer Buchung
  • Zahlungsinformationen (sofern mit Kreditkarte bezahlt, die letzten vier Ziffern der zur Ticketausstellung verwendeten Kreditkarte und Ablaufdatum der Kreditkarte)
  • Historie mit chronologischem Verlauf fast aller Eingaben und Änderungen mit Uhrzeit und Datum
  • Codeshare-Information: wenn eine andere Fluggesellschaft als die durch die Flugnummer angeführte den Flug ausführt
  • Reisestatus des Passagiers: welche Strecken bereits abgeflogen sind und welche er noch vor sich hat
  • E-Mail-Adresse
  • allgemeine Bemerkungen
  • Sitzplatzinformationen: welcher Status (auf Anfrage, bestätigt usw.) und dann die Sitzplatznummer
  • Nummern der Gepäckanhänger (baggage tags)
  • Historie über nicht angetretene Flüge (no show)
  • Fluggäste mit Flugschein, aber ohne Reservierung (go show)
  • spezielle Serviceanforderungen z. B. bezüglich Essen (koscher, vegetarisch u. a., Rollstuhlservice, Sondergepäck), so genannte OSI- und SSI/SSR– (Sensitive Security Information/Special Service Requests) Elemente
  • Information über den Auftraggeber (received from)
  • alle Änderungen des PNR mit Datum, Uhrzeit und Aktion (PNR-History)
  • Zahl der Reisenden im PNR
  • etwaige APIS-Informationen (Advance Passenger Information System)
  • ATFQ-Felder (automatische Tarifabfrage)
  • ggf. alle zu einer Mietwagen- oder Hotelbuchung gehörenden Daten (Bonuskonten einzelner Hotel- oder Mietwagenketten etc.)
Regelung der Verwendung von Fluggastdatensätzen

Das Europäische Parlament hat 21. April 2016 die Richtlinie zur Verwendung der PNR-Daten angenommen. Die Mitgliedstaaten haben zwei Jahre Zeit, um die Rechts- und Verwaltungsvorschriften in Kraft zu setzen.

Mit der Richtlinie soll die Übermittlung von PNR-Daten von Fluggesellschaften an die einzelstaatlichen Behörden sowie die Verarbeitung dieser Daten geregelt werden. Nach der neuen Richtlinie müssen die Fluggesellschaften bei Flügen in die EU oder aus der EU PNR-Daten übermitteln.

PNR-Daten dürfen ausschließlich zum Zweck der Verhütung, Aufdeckung, Aufklärung und strafrechtlichen Verfolgung von terroristischen Straftaten und schwerer Kriminalität verarbeitet werden.

Im Rahmen dieser Tätigkeiten können PNR-Daten zu folgenden Zwecken verwendet werden:
  • Überprüfung von Fluggästen vor der Ankunft oder vor dem Abflug nach festgelegten Risikokriterien oder zur Identifizierung bestimmter Personen,
  • als Beiträge zur Entwicklung dieser Risikokriterien,
  • für konkrete Ermittlungs- und Strafverfolgungszwecke.


Noch keine Reise gebucht? Werfen Sie einen Blick auf unsere Kombireisen

Was ist ein Filekey?

Ein Filekey dient mit dem Nachnamen des Passagiers einer raschen und exakten Identifizierung des Reisenden. Sowohl offline am Schalter als auch online im Internet. Andere Namen sind Reservierungscode, Buchungscode, Buchungsnummer, Record Locator oder Airline Code.

Ticket aus dem Globalen Distributionssystem Amadeus

Flugticket Auszug
Flugticket

Der Filekey

Der Code besteht aus Buchstaben und/oder Zahlen und kann je nach Reservierungssystem, Reisebüro und Fluggesellschaft unterschiedlich sein.

Wegen der unterschiedlichen globalen Systeme kann es für ein Ticket unterschiedliche Buchungscodes geben, siehe Beispiel oben:

  • KDPJSG ist der Reservierungscode (Filekey) des Ticket-Erstellers Amadeus.
  • Y4XGZ3 (CX) (QF) ist der Filekey von Cathay Pacific und Qantas Airways.
  • O6KPKB (JQ) ist der Buchungscode von Jetstar Airways.

Sie finden den Filekey auf der Buchungsbestätigung, dem E-Ticket und der Rechnung (Passenger Receipt) unter Ihrem Namen.

Unter dem Filekey sind alle Reisedaten als Datensatz (PNR) inklusive der 13-stelligen Ticketnummer abgespeichert.

Noch keine Reise gebucht? Werfen Sie einen Blick auf unsere Kombireisen

Donnerstag, 6. April 2017

Neu bei Emirates: Zweimal täglich nach Bali

Die Airline Emirates richtet einen zweiten täglichen Flug von Dubai nach Bali ein. Ab 2. Juli 2017 startet der neue Umlauf EK360/361 nachts um 1.25 Uhr am Drehkreuz Dubai. Er trifft um 14.30 Uhr in Denpasar ein. Zurück geht es zwei Stunden später mit Ankunft in Dubai um 21.30 Uhr. Eingesetzt wird eine Boeing 777-300ER mit 428 Plätzen in zwei Klassen.

Emirates-Boeing-777-300ER
Emirates-Boeing-777-300ER
Passagiere aus Frankfurt, München und Düsseldorf haben bei dem zweiten Bali-Flug auf dem Hinweg

Die Anschlusszeit für Passagiere aus Frankfurt, München und Düsseldorf beträgt weniger als zwei Stunden. Auf dem Rückflug ist die Wartezeit etwas länger.

Die neue Verbindung eröffnet bessere Anschlüsse zu anderen indonesischen Zielen, wie Dili in Osttimor, Surabaya, Makassar und Lombok.

Der neue Flug kommt rechtzeitig in den Sommerferien: Informieren Sie sich jetzt zu Kombireisen Bali