Sonntag, 23. April 2017

Buchungsklassen in Reiseveranstalter-Tarifen

Egal, ob Stopover, Gabelflug oder Rundreise. Hier sind Reiseveranstalter als Zielgebietsspezialisten mit ihren Reiseveranstaltertarifen gefragt. Reiseanbieter kennen ihre Zielgebiete besonders gut. Sie waren vor Ort und haben Hotels besichtigt. Mit den Sondertarifen der Reiseanbieter wird eine Kombireise besonders günstig.

Reiseveranstaltertarife
Reiseveranstalter-Tarife 
Was sind Reiseveranstalter?

Reiseanbieter packen Langstrecken- und Inlandsflüge, Transfers vom Flughafen zum Hotel und zurück, Übernachtung in einem oder in mehreren Hotels, Verpflegung, Extras wie Mietwagen oder Ausflüge, Reiseleitung und Insolvenzversicherung in ein Reisepaket. Sie als Kunde erhalten alles aus einer Hand. Eine Buchung, Rechnung und Betreuung. Vor, während und nach Ihrer Kombireise.

Was sind Reiseveranstalter-Tarife?

Flugkontingente zu Einkaufspreisen

Reiseveranstalter handeln mit Airlines der jeweiligen Zielgebiete die Abnahme von Flugkontingenten zu Einkaufspreisen und mit Rabatten aus. Ein Reiseveranstalter wird dadurch zum Consolidator. Er erstellt die Flugtickets für eine Grundgebühr. Gleichzeitig sichert er sich bessere Bedingungen für den Einkauf bei den Fluggesellschaften als ein Reisebüro.

Volumen-Vereinbarungen

Eine andere Möglichkeit sind Volumen-Vereinbarungen mit Heimat-Carriern auf Basis der Published Fares (veröffentlichte Tarife). Der Reiseveranstalter wird dann zum bloßen Vermittler und muss die Flüge zu den Bedingungen der Airlines verkaufen.

Sondertarife zu Einkaufspreisen

Eine dritte Möglichkeit ist, dass Reiseveranstalter in eigenem Namen und auf eigene Rechnung Tickets verkaufen. Sie handeln Sondertarife zu Einkaufspreisen aus. Bedingung dafür ist, dass der Reiseveranstalter die Flüge immer mit Landleistungen anbieten muss. So wird sichergestellt, dass ein Reiseveranstalter nicht die öffentlichen Tarife der Airlines unterbieten kann.

Außerdem sind diese Sondertarife an vorgegebene Buchungswege und Routings gebunden, z. B. ein globales Distributionssystem oder an direkte IT-Schnittstellen der Airline. Diese Spezialtarife und Sondertarife werden nicht veröffentlicht.

Um das Ganze besser zu verstehen, nachfolgend Beispiele zu Specials von Thai Airways und Air Mauritius.

Beispiele zu Sondertarifen von Thai Airways
Economy Class- Flug München Bangkok

L-Special 

Für einen Flug am 4.9.2017 waren bis 18.4.2017 acht Buchungsklassen theoretisch buchbar. Das Special in der L-Klasse war am günstigsten. Es enthielt keinen Zuschlag pro Erwachsenen auf den Basispreis.

Eigenschaften des L-Specials
  • kostenloses Rail&Fly (Bahnzubringer) 
  • kein Fly&Fly (Flugzubringer)
  • nur zwei Upsell-Klassen W und V (One Way)
  • gültig nur nur bei Buchungseingang (Festbuchung) bis zum 18.04.17. 
  • Ausstellung der Tickets spätestens 72 Stunden nach Flugreservierung
  • Keine Meilengutschrift.
  • Nicht upgradefähig!
  • Mindestaufenthalt: 3 Tage
  • Maximalaufenthalt: 180 Tage
  • keine Sitzplatzreservierung
  • No Show: Rückerstattung 150 € pro Erwachsener, 0 € für Kind
Leider waren das L-Special und die Upsells nur kurzfristig buchbar. Das spricht für schnelle Frühbucher.

V-Special 


Scheinbar wurden die geplanten Zahlen nicht erreicht. Thai Airways schob deshalb ein V-Special nach. Der Aufpreis von ursprünglich 88 € p. P. (OW) wurde auf 0 Euro gesenkt. Das besondere Extra: ein Zubringerflug für nur 38 € p. P. ab 11 deutschen Flughäfen.

Eigenschaften des V-Specials
  • ohne Upsell-Klassen
  • ohne Aufpreis nur ab München
  • Ticketing binnen 7 Tagen nach Reservierung
  • 90% Umbuchungs- oder Stomogebühren
  • kostenloses Rail&Fly (Bahnzubringer) 
  • Fly&Fly (Zubringerflug ab 12 deutschen Flughäfen) 
  • keine Meilengutschrift.
  • Nicht upgradefähig!
  • Mindestaufenthalt: 3 Tage
  • Maximalaufenthalt: 180 Tage
  • keine Sitzplatzreservierung
  • No Show: Rückerstattung 150 € pro Erwachsener, 0 € für Kind
Für einen Vielflieger, Meilensammler und Upgrade-Jäger nicht zu empfehlen.

Wird die V-Klasse geschlossen, bleibt nur noch die Buchungsklasse Q mit 178 € Aufpreis. Jede der 4 Upsell-Klassen hat einen zusätzlichen Aufpreis, so dass in der Y-Klasse 397 € p. P. One Way auf den Basispreis zu zahlen sind. Für einen Spätbucher wird es teuer!

Eigenschaften der Q-Klasse
  • vier Upsell-Klassen
  • Aufpreis für ein Kind ab 132 €
  • ohne Vorausbuchungsfrist
  • ohne Ticketingfrist
  • 2 freie Stopover
  • 8 freie Transfers
  • saisonbedingte Verfügbarkeit
  • kostenloses Rail&Fly (Bahnzubringer) 
  • Fly&Fly (Zubringerflug ab 12 deutschen Flughäfen) 
  • Meilengutschrift: 1,0 x Entfernung; min. 500 Meilen
  • Nicht upgradefähig!
  • Mindestaufenthalt: 3 Tage
  • Maximalaufenthalt: 360 Tage
  • Sitzplatzreservierung 
  • No Show: Rückerstattung 150 € pro Erwachsener, 0 € für Kind
Welche Buchungsklassen im Distributionssystem geöffnet sind, erkennen wir erst bei Abfrage der Flüge. Das kann sich sekundenschnell ändern!

Es bleibt ein Trost: Als Spätbucher zahlen Sie zwar höhere Aufpreise. Aber die Buchungsklasse Q und alle Upsell-Klassen sind upgradefähig. Das bedeutet, dass Sie günstig in die Premium Economy Class upgraden dürfen, sofern Plätze frei sind. Auch bei einer Überbuchung haben Sie größere Chancen als Passagiere mit Spartarifen.

Beispiel zu Sondertarifen: Honeymoon Special mit Air Mauritius

Buchungsklassen von Air Mauritius
Buchungsklassen von Air Mauritius
Bedingungen für die Honeymoon Fares

Die M-Klasse sowie F-Klasse=Premium Economy Class und alle Upsells sind ein Sonderpreis für Hochzeitsreisende. Gültig nur bis 6 Monate nach der Hochzeit. Die Heiratsurkunde muss vorgelegt werden. Die korrekte Buchungsklasse ist B (von uns als M dargestellt zur Abgrenzung vom Normaltarif) bzw. F (von uns als A dargestellt zur Abgrenzung vom Normaltarif).
  • Via Paris, 
  • Zubringer ab/an Frankfurt, München, Düsseldorf, Hannover, Berlin Tegel, Hamburg, Stuttgart, Bremen, Nürnberg mit Air France, 
  • Air Mauritius in den Buchungsklassen B, X, O, Q, L, V, U und Air France in L-Klasse, 
  • Air Mauritius in den Buchungsklassen T und H mit Air France in B-Klasse, 
  • Air Mauritius in den Buchungsklassen A und W = Air France in W und Y-Klasse,
  • Mindestaufenthalt: 4 Tage
  • Maximaler Aufenthalt: 35 Tage
  • Rail&Fly: 92 €
  • Kind: -21 €
  • Montag bis Donnerstag und am Sonntag am günstigsten.
Ausgeschlossene Flugnummern: AF3600-3699, 4400-4999, 6300-6399, 8001-8199, 8450-9999. Ab/an FRA/MUC/DUS kann Zubringer auch unter 4-stelliger MK-Flugnummer (operated by AF) gebucht werden, dann gleiche Buchungsklasse wie Langstrecke.

Auf der Strecke CDG-MRU-CDG gültig auf allen 3-stelligen MK-Flugnummern, MK923/922 sind operated by AF (Air France).

BITTE BEACHTEN: Für Rückflüge am SA/SO fällt ein Aufschlag von EUR 25 an! Dies gilt für alle Tarife.

A und /W-Klasse = Premium Economy Class der Air France für mehr Komfort und Beinfreiheit. Verfügbar nur auf den Flügen MK923 CDG-MRU und MK922 MRU-CDG. Kombinierbar mit den normalen Economy Class-Tarifen.

Tipps
  1. Wenn Sie sparen möchten, buchen Sie mindestens 11 Monate vor Abflug. 
  2. Wenn Sie jedoch upgraden oder flexibel sein möchten, meiden Sie Spartarife.
  3. Lesen Sie auch das Posting zu Preisstrategien der Airlines.


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Postings zu Beförderungsklassen und Buchungsklassen:

Beförderungsklassen, Serviceklassen, Reiseklassen, Sitzklassen

Was sind Buchungsklassen?

Beispiele zu Buchungsklassen

Buchungsklassen, Preisdiskriminierung, Preisstrategien

Buchungsklassen, Preisdiskriminierung, Preisstrategien

Warum kostet ein Flugticket heute 150 € mehr als vor vier Wochen? Warum ist der Flugpreis in Ferienzeiten so hoch? Wie kommen diese Preise bloß zustande? Lesen Sie hier, warum Airlines eine Preisdiskriminierung anwenden und wie sie vorgehen.

Preisstrategien der Airlines
Preisstrategien
Geschichte der Preisdiskriminierung

Die Preisdiskriminierung begann während der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Damals ging es um die Entgelte für die Nutzung öffentlicher Leistungen im Verkehrssektor. Wie hoch sollten die Preise sein, um alle anfallenden Kosten zu decken. Heute ist die Fragestellung viel komplexer.

Preisdiskriminierung in der Luftfahrtindustrie

Airlines nutzen Informationen über ihre Kunden, um Preise individuell zu gestalten. Rechnersysteme analysieren den Status der Kunden, Buchungszeitpunkt, die Reisedauer und den gewünschten Zielort. Dabei geht es darum: "Verkaufe das richtige Ticket zum richtigen Zeitpunkt an die richtige Person zum richtigen Preis." (WiWi Uni Rostock)

Hauptsächlich werden folgende Preisstrategien von den meisten Airlines angewandt:
  1. Saisonale Preisbildung
  2. Fenced Pricing und Kategorisierung
  3. Preisbündelung
  4. Monopolpreisbildung
  5. Freihaltung von Kapazitäten für Höchstzahler
  6. Überbuchung
Dabei geht es um:
  • Auslastung vorhandener Kapazitäten
  • Umsatz
  • Gewinn
  • Rentabilität
  • Wachstum
  • Marktanteile und Marktpositionierung
  • Marktstabilität
  • Preisführerschaft.
Zu 1. Saisonale Preisbildung

Sicher ist Ihnen schon aufgefallen, dass die Ticketpreise im Laufe eines Jahres sehr unterschiedlich ausfallen. Der Grund ist, dass Preise nachfrageorientiert gebildet werden. In „Peak“- Zeiten steigen die Ticketpreise und sind in den Weihnachtsferien am höchsten. In „Off-Peak“-Zeiten fallen sie.

Peaks bilden sich an Samstagen, in Ferienzeiten, an Brückentagen, besonderen Feiertagen, zu Sportereignissen und in der Hochsaison. Die Preise "rennen" dann förmlich davon, wie die folgende Abbildung zeigt:
Saisonale Preisbildung
Saisonale Preisbildung
Airlines analysieren das Buchungsverhalten und die Preisempfindlichkeit in der Vergangenheit, um saisonale Flugpreise festzulegen.

Beispiele aus Reiseveranstalter-Tarifen (Stand 22.4.2017)

Aufpreise auf den Basispreis One Way Frankfurt Bangkok

Airline
Buchungsklasse
Aufpreis auf Basispreis
Aufpreis auf Basispreis
Thai Airways
Q-Klasse
635 €
20. bis 27.12.2017
196 €
14.8. bis 19.12.2017
Emirates
U- und T-Klasse
Wochentag/-ende
849 €/874 €
21. bis 30.12.2017
289 €/314 €
6.8. bis 14.12.2017
Lufthansa
L-Klasse
325 €
15. bis 27.12.2017
162 €
16.8. bis 31.10.2017

Tipp: Planen Sie lieber eine Woche mehr Weihnachtsurlaub ein. Fliegen Sie vor dem 20.12. oder besser vor dem 15.12. Meiden Sie Peaks und den Abflug am Samstag.

Zu 2. Fenced Pricing und Kategorisierung

Auf der Grundlage von Buchungsmustern, Buchungs- und Kundenmerkmalen wird der Markt segmentiert. Das passiert räumlich, zeitlich, mengenmäßig, nach Reiseanlass und Route innerhalb aller Serviceklassen, Tarife und Buchungsklassen. Komplexe Yield-Management- und Expertensysteme geben innerhalb von Sekunden vor, welche Buchungsklassen geschlossen, welche Aufschläge erhöht oder gesenkt werden müssen.

Preissensible Reisende erhalten mit Veröffentlichung der neuen Flugpläne ein limitiertes Kontingent an preisgünstigsten Tickets ohne Aufpreis. Frühbucher wissen es zu schätzen. Die "Fences " sind Vorausbuchungsfrist, fehlende Meilengutschrift und Upgrade-Möglichkeit. Die günstigen Buchungsklassen sind nur für eine kurze Zeit buchbar und werden geschlossen, wenn die geplante Grundauslastung erreicht ist.

Spätbucher erhalten die nächsten Buchungsklassen mit Aufpreisen, die schrittweise erhöht werden. Entwickelt sich die Nachfrage nicht wie gewünscht, werden Aufpreise kurzzeitig gesenkt, um die Nachfrage zu stimulieren.

In den letzten Wochen vor einem Langstreckenflug sind nur noch Buchungsklassen mit hohen Aufschlägen für Last Minute-Bucher geöffnet (siehe 5.).

Tipp: Buchen Sie mindestens 11 Monate vor Abflug Ihre Flugtickets, wenn Sie sparen möchten.

Rate Fences

„Fences“ finden Sie als Reisebedingungen und Buchungsbedingungen innerhalb der Tarife und Buchungsklassen.

Beispiele für Reisebedingungen
  • Abreisetage: Wochentage ohne erhöhten Zuschlag, Wochenende mit Zuschlag
  • Stopover auf dem Hin- oder Rückflug
  • Routing 
  • Rückflug (Wochentag, Flugnummer)
  • Aufenthaltsdauer (mindestens 4, maximal 60 Tage o. a.)
Beispiele für Buchungsbedingungen
  • Vorausbuchungsfrist
  • Ticketingfrist (innerhalb von 72 Stunden) 
  • Gebühren bei Stornierung und Umbuchung
  • Ticket stornierbar oder nicht
  • Höhe des Freigepäcks
  • Meilengutschriften (0% bis 125 %)
  • Upgradefähigkeit
  • Zubringer, mit/ohne Rail&Fly und/oder Fly&Fly
  • ohne kostenlose Sitzplatzreservierung.

Tipp: Prüfen Sie sehr genau die Buchungsklassen und die Bedingungen, wenn Sie Vielflieger sind, später vielleicht umbuchen und/oder ein Upgrade erlangen möchten. Spätere Umbuchungen sind bei einigen Buchungsklassen nicht möglich! Geben Sie IMMER die korrekte Schreibweise laut Pass an. Eine Namensänderung kann einer Stornierung und sehr teuren Neubuchung entsprechen.

Zu 3. Preisbündelung

Eine weitere Preisstrategie ist das Bündeln von Flug, Transfer und Hotelaufenthalt. In den Nebenkosten, z. B. für Gepäck, werden dann Gebühren versteckt. Über vermeintlich billige Angebote wird eine hohe Auslastung erzielt.

Tipp: Prüfen Sie das Kleingedruckte. Wann fallen wo Gebühren wofür und in welcher Höhe an?

Zu 4. Monopolpreisbildung

Auf vielen innerdeutschen und europäischen Routen besitzen Lufthansa und ihre Konzerntöchter Swiss, Austrian oder Brussels Airlines ein Monopol. Durch die Zusammenarbeit mit Etihad und Air Berlin wird diese Alleinherrschaft ausgebaut. Das bedeutet Preisdiktat und höhere Ticketpreise durch die Monopolstellung. Ähnlich ist es bei Cathay Pacific, Emirates, Etihad, Qatar Airways...

Tipp: Fliegen Sie doch einmal andere Strecken als die mit dem "Platzhirsch", z. B. statt mit der teuren Emirates mit der günstigeren Lufthansa, Etihad oder Qatar Airways.

Zu 5. Zurückhalten von Sitzplätzen für die wertvollsten Kunden

Bei dieser Preisstrategie erhalten die meistzahlenden bzw. ertragsreichsten Kunden zurück gehaltene Sitzplätze. Egal, ob die Nachfrage das Angebot übersteigt oder nicht. Entscheidend ist das Gewinnpotential der einzelnen Segmente. Die Computer analysieren die Vergangenheit. Wird ein Lastminute-Bucher den hohen Preis zahlen? Sind noch Kunden mit der höchsten Zahlungsbereitschaft kurz vor Abflug zu erwarten? Expertensysteme empfehlen und entscheiden zwischen dem Risiko der Leerkosten und dem der Nichtnutzung der höherwertigen Nachfrage.

Tipp: Glauben Sie nicht daran, dass zurückgehaltene Sitzplätze an Last Minute-Bucher verschleudert werden. Genau das Gegenteil ist der Fall! Eine Umsatzverdrängung wird es nicht geben (siehe 6.).

Zu 6. Überbuchungen

Überbuchung heißt, dass mehr Sitzplätze in der Economy Class und Premium Economy Class verkauft werden als tatsächlich vorhanden sind. Neuerdings sogar in Business Class und First Class.

Fast alle Airlines überbuchen ihre Kapazität, um sich gegen Auslastungsrisiken der No-Shows (kurzfristiges Nicht-Erscheinen) oder Go-Shows (ungeplantes Erscheinen) zu schützen. Überbuchungen dienen dem Risikoausgleich zwischen Umsatzverlust und Umsatzverdrängung (Buchung der Sitzplätze zu niedrigen Preisen).

Für eine Überbuchung wertet eine Airline vergangenheitsbezogene No-Shows aus. Der Erlös der Überbuchung muss größer sein als die Wahrscheinlichkeit, höhere Kosten durch Ablehnung zu kompensieren. Die überbuchten Sitzplätze neutralisieren Stornierungen und führen zu einer höheren Auslastung der Flugzeuge.

Bei der Lufthansa gibt es jährlich rund drei Millionen von "No-Shows". Flüge mit einer hohen No-Show-Rate werden deshalb zwischen 8 und 15 Prozent überbucht. Bei der US-amerikanischen Southwest Airline werden dagegen nur 0,08 Prozent überbucht. In Japan liegt die No-Show-Rate bei 0 Prozent, in Indien über 10 Prozent.

Bei einer Überbuchung fragen die Airline-Mitarbeiter in der Regel am Check-In-Schalter, wer freiwillig zurücktreten möchte. Dafür bieten sie Fluggutscheine, Geldzahlungen und die Zusage auf einen Platz im nächstmöglichen Flieger an. Lässt sich keiner der Wartenden am Check-In-Schalter auf das Angebot der Airline ein, wird es für die Airline teuer.

Passagiere, die gegen ihren Willen nicht befördert wurden, haben Anspruch auf Ausgleichszahlungen zwischen 250 und 600 Euro und Betreuungsleistungen, wie Mahlzeiten, Getränke, kostenlose Telefonate oder Hotelunterbringung. Beträgt die Zeit bis zum nächsten Abflug weniger als zwei Stunden, verringern sich die Ausgleichszahlungen um die Hälfte.

Alternativ werden Passagiere aus der überbuchten Economy Class in die komfortable höhere Serviceklasse gesetzt. Bevor ein Fluggast am Boden bleibt, geht ein Economy Class-Gast in die Business Class. Status (Meilen, Netzwerk), Flugtarif und Buchungsklasse entscheiden über den Wechsel.

Entscheidend sind die Flugentfernung und ein Flug innerhalb der EU oder zwischen einem EU-Land und einem Nicht-EU-Land. Darüber hinaus regelt die EU-Fluggastrechteverordnung Nr. 261/2004 weitere Ansprüche auf Erstattung des Ticketpreises oder anderweitige Beförderung.

Hinweis: Eine Airline kann im Einzelfall Geld vom "No-Show"-Passagier verlangen. Dann, wenn durch eine bestimmte Kombination von Flügen ein günstigerer Ticketpreis erhältlich ist. Die meisten Airlines regeln in ihren AGB, dass ein Fluggast verpflichtet ist, alle im Flugschein ausgewiesenen Teilstrecken in der beschriebenen Reihenfolge anzutreten. Beim Hin- und Rückflug ohne Umsteigen können Flüge verfallen, ohne dass Konsequenzen drohen.

Tip: Bei einer Überbuchung müssen Sie entscheiden, ob Sie freiwillig oder unfreiwillig am Boden bleiben.

Tip: First come, first serve. Wenn Sie zuerst einchecken, dann fliegen Sie auch mit. Kalkulieren Sie immer Staus und Verspätungen der Zubringer ein, wenn diese nicht Bestandteil Ihrer Buchung sind. Warten Sie lieber im Flughafen zwei Stunden mehr statt 24 Stunden bei einem Abflug am nächsten Tag. Und dann ist nicht einmal sicher, ob Sie wirklich befördert werden!

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Postings zu Beförderungsklassen und Buchungsklassen:

Beförderungsklassen, Serviceklassen, Reiseklassen, Sitzklassen

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